03-2018 Der Winter ist da..

Nun ist er doch noch gekommen… der Winter!

Aktuell haben wir im gesamten Bundesgebiet mit zweistelligen Minusgraden zu tun. Im Süden der Republik geht man allgemein etwas gelassener damit um, während wir hier im Norden mit unserem schmuddelig-trüben Wetter meist besser zurechtkommen. Hinzu kommt noch die lästige Grippewelle und ich wünsche allen, dass Sie unbeschadet hindurchkommen.

Was aber geschieht mit den Hühnern, wenn die Temperaturen unter die Frostgrenze sinken?

Zunächst einmal kann man sagen, dass den Chabo die Kälte nicht unangenehmer ist, als anderen Hühnern. Wenn sie entsprechend aufwachsen, sind sie durchaus „winterhart“. Einige Punkte sollten allerdings beachtet werden.

Je kälter die Temperatur, desto höher ist der Energiebedarf. Es ist also wichtig, dass ausreichend nahrhaftes Futter zur Verfügung steht und selbstverständlich auch Wasser. Wenn es im Stall friert, bieten sich elektrische Tränkenwärmer an, aber wenn kein Strom da ist muss man mehrmals am Tag das Wasser eisfrei machen.

Vorsicht ist bei Weichfutter geboten. Bleibt hier an den großen Kämmen und Kehllappen etwas kleben, picken die Hennen gerne daran herum, allein schon aus Langeweile, wenn sie nicht raus können oder wollen. Dies ist deshalb so wichtig, weil die Blutgerinnung bei starker Kälte herabgesetzt ist und ein Hahn dann buchstäblich verbluten kann, wenn es zu Verletzungen kommt. Gleiches gilt natürlich auch für Kampfverletzungen durch Raufereien mit anderen Hähnen. In diesem Fall sollte man den Hahn separieren und ins Warme verbringen. Um die Blutung zu stillen, ist „Sprühpflaster“ ein gutes Mittel der Wahl.

Gelegentlich sieht man Althähne, denen die Spitzen der Kammzacken fehlen. Die Ursache hierfür kann Frost gewesen sein, doch geht dies meist mit zu hoher Luftfeuchtigkeit im Stall einher. Ist die Temperatur nicht allzu niedrig, ist ein gut belüfteter Stall bei Minusgraden allemal besser, als feuchte Kälte. Aus gutgemeinter Führsorge wird oft der Fehler gemacht, alle Fenster zu schließen.

Mit durchblutungsfördernder Salbe kann man es den Hähnen ein bisschen leichter machen, ohne Frostschäden durch die kalten Tage zu kommen. Auch fördert z.B. Ingwertee die Durchblutung.

Chabohennen legen auch bei niedrigen Temperaturen Eier. Hier sollte man bedenken, dass sie als Bruteier nur dann Verwendung finden sollten, wenn sie eine Temperatur von 4°C nicht unterschritten haben, denn dann stirbt der Keim ab – nicht erst bei echtem Frost. Zwar haben Hühner eine Körpertemperatur vom etwa 40°C und entsprechend auch das frisch gelegte Ei, jedoch kühlen sie recht schnell aus und sollten, wenn möglich, regelmäßig gesammelt werden.

Sollte es dennoch vorkommen, aus welchen Gründen auch immer, dass ein Huhn unterkühlt, so sollten man eine moderate Wärmezufuhr, mittels einer Rotlichtlampe vornehmen. Besser ist sogar noch eine Erwärmung unter Zimmertemperatur. Ist das Tier stark unterkühlt, verbleibt das noch vorhandene warme Blut, zur Erhaltung der lebenswichtigen Organe, im Körperkern. Zu schnelle aktive Erwärmung oder auch „wachrütteln“ kann zum sofortigen Tod führen. Also das Tier möglichst wenig und vorsichtig bewegen und langsam erwärmen.

Kommen Sie und Ihre Tiere gut durch die kalten Tage. Es dauert nicht mehr lang

Udo Ahrens

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