05-2016: Aktionen, die Freude bringen

Aktionen, die Freude bringen!

Die vergangenen Wochen waren für uns Chabozüchter wieder eine spannende Zeit. Das Brüten der Eier im Apparat oder unter den Glucken, die Spannung beim Schieren, das Schlüpfen der Küken und nun das Heranwachsen der Tiere, das waren und sind wieder erlebnisreiche Monate. Und auch wenn wir das nun seit vielen Jahren wiederholen, ist es doch jedes Jahr wieder spannend und mit Überraschungen verbunden.

Über einen Aspekt, den ich nun seit einigen Jahren erlebe und der in diesem Frühjahr für mich wieder besonders beeindruckend war, möchte ich kurz berichten: Mein Ortsverein hat vor einigen Jahren einen Schaubrüter angeschafft mit der Absicht, bei unserer jährlichen Sommerschau, die wir im Juli durchführen, weil da viele Feriengäste ihren Urlaub bei uns im Ort verbringen und wir so über 1000 Besucher begrüßen können, eine weitere Attraktion zu bieten. Seither ist das Beobachten, wie Küken schlüpfen, ein besonderer Anziehungspunkt unserer Ausstellung.

Bald erfuhr der Schaubrüter einen weiteren Einsatz im örtlichen Kindergarten und daraus ist inzwischen jedes Jahr ein Kükenschlupf in mindestens 5 Kindergärten geworden. Der Ablauf ist etwa so: Am Freitag wird im Kindergarten der Brutapparat aufgestellt und die Eier werden eingelegt, die ich 17 Tage bei mir zuhause vorgebrütet habe. Am Montag liegen die Eier noch ruhig im Apparat und die Kinder warten gespannt, dass da endlich was passiert. Wenn sie dann am Dienstag in den Kindergarten kommen, sind gewöhnlich schon einige Küken geschlüpft und einige Eier sind angepickt, so dass die Kinder über den Tag hinweg das Schlüpfen beobachten können. Am Mittwoch stelle ich ein Meerschweinchenkäfig auf mit einer Wärmelampe und hole die geschlüpften Küken mit den Kindern aus dem Apparat. Die Kinder beobachten dann die Küken und freuen sich an ihrem Verhalten. Am Donnerstag gehe ich in die Gruppen und bespreche die Fragen der Kinder, erkläre, was es alles braucht, wenn man eigene Hühner im Garten halten will. Erfahrungsgemäß sind auch mehrere Eltern dabei, wobei immer wieder erstaunlich ist, wie wenig die jungen Väter und Mütter über Eier, Küken und Hühner wissen.

Höhepunkt für die Kinder ist, dass sie Küken in die Hand nehmen dürfen. Dabei zeigen meine Erfahrungen, dass unsere Chabo gerade in den ersten Tagen dafür ganz besonders geeignet sind. Die Küken der meisten anderen Rassen, die ich bisher eingesetzt habe, bleiben nicht so problemlos in der Hand der Kinder sitzen. Wenn sie warme Hände haben, mit der einen Hand eine schöne Kuhle vor dem Körper machen, in die ich das Küken setze, und mit der anderen Hand die Küken am Kopf streicheln, schlafen die Küken meist ein und die Kinder sind hin und weg. Nachdem die Küken auch am Freitag noch einmal beobachtet wurden und ihre Streicheleinheiten bekommen haben, nehme ich sie wieder mit nach Hause und die Aktion ist beendet, von den in den kommenden Tagen eintreffenden Telefonaten abgesehen. Für mich sind diese Kindergarteneinsätze ein besonderes Erlebnis. Die glücklichen Gesichter der Kinder lohnen den Einsatz jedes Mal.

Seit jetzt 8 Jahren ist eine weitere Aktion dazugekommen. Ein nahe gelegener Schulbauernhof, auf dem das ganze Jahr über ein Stamm Chabo von mir untergebracht ist, macht jeweils vor Ostern ein „Kükenprogramm“ mit Themen rund um Huhn und Ei. Dazu sind von mir in den 6 Wochen etwa 30 Küken dort untergebracht, die täglich von den Kindergarten- und Grundschulklassen besucht und gestreichelt werden. Die Erzieherinnen sprechen dabei mit den Kindern ausführlich über Hühnerhaltung und auch die Problematik bei der Haltung der Legehühner und der Masthähnchen. Höhepunkt und Abschluss der Aktion ist ein Tag der offenen Tür am Freitag vor Palmsonntag. Bei dieser Veranstaltung stelle ich außer einer Voliere mit Hahn und Henne, zwei Schaubrüter auf, in denen das Schlüpfen der Küken beobachtet werden kann. Vor wenigen Wochen, am 7. April, waren in 4 Stunden wieder über 800 Kinder und Erwachsene da, um das Kükenschlüpfen zu bestaunen. Da der Raum, in dem der Schlupf stattfindet, begrenzt ist, lassen wir alle 15 Minuten 50 Personen hinein und wechseln dann. Auch hier ergeben sich viele interessante Gespräche. Außerdem gibt es inzwischen viele Familien, die dadurch angeregt wurden, einige Hühner in ihrem Garten laufen zu lassen. Dafür sind unsere Chabo mit ihrem begeisternden Wesen ja bestens geeignet. Ob es uns gelingt, solche Familien auch für unser Clubgeschehen zu interessieren?

Für die kommenden Wochen viel Freude mit Ihrer Zucht 2017.

Bernhard Hoch

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