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Die Sicht des Monats - Januar 2017

uaDie Chance in der Krise

Keine Angst, dies wird kein Ausflug in Treppenhausphilosophie. Ich möchte nur kurz meine Erfahrung schildern, wie ich die derzeitige Situation erlebe. Die Auflagen, die unser Hobby gerade so einschränken, nerven nicht zu knapp – das will ich gar nicht in Abrede stellen.
 
An allen möglichen Stellen sind wir nur (mal wieder) damit beschäftigt, einen Abgesang auf die Kleintierhaltung und die Geflügelzucht zu jodeln. „Es wird uns wieder viele Mitglieder kosten“, „Die da oben machen sowieso, was sie wollen“, „aus Platzmangel müssen wir viele Tiere töten“. – Wir kennen das…
 
Tatsächlich wäre der regelhafte Ausfall der Schauen für die Rassegeflügelzucht eine Katastrophe. Ebenso ist langfristige Stallhaltung für die meisten Rassen und Arten nicht tiergerecht und entsprechend nicht hinzunehmen.Sind wir aber tatsächlich ehrlich, wenn es um die Reduzierung unserer Bestände und die Vorbereitung zur Zuchtsaison geht?
 
Persönlich hat es sich mir anders dargestellt. Von Oktober bis Januar verwende ich meine überwiegende Freizeit und auch einen erheblichen Anteil meines Jahresurlaubs, auf mein Hobby; im Besonderen, auf das Schauwesen. Ich stelle selbst gerne meine Tiere aus, bereite sie für die Schau vor und bewerte als Preisrichter auf so mancher Schau. So weit so gut – das macht mir ja viel Spaß.
 
Nun fiel das alles ab Mitte November aus und die verplante Zeit, wurde plötzlich frei. Es stand mir nicht der Sinn danach, meinen Urlaub zurückzugeben, ebenfalls nicht, allen mein Leid zu klagen (okay, vielleicht ein bisschen…) und so hab ich mir meine Gedanken für die kommende Saison gemacht. Zunächst mal musste mein Bestand auf die Zuchttiere reduziert werden. Also bediente ich erstmal die Anfragen, die ich auf „nach der Schausaison“ vertröstet habe. Andere Tiere habe ich an Liebhaber verschenkt und ja, auch einen gewissen Anteil geschlachtet und tiefgefroren.
 
Das Zusammenstellen meiner Zuchtstämme und die Vor- und Aufbereitung der Ställe erfolgte schließlich in angenehmer Ruhe. Ich nahm mir mehr Zeit für gedankliche Spinnereien, besuchte Zuchtkollegen, um mich auszutauschen und vielleicht auch inspirieren zu lassen. Und die Zuchtstämme selbst, sind dann auch etwas anders ausgefallen – mehr auf meinen persönlichen Spaß ausgerichtet. Letztlich habe ich es nicht anders gemacht, als all die Jahre zuvor. Ich habe nicht mehr, aber auch nicht weniger Zuchttiere behalten, nur ist das Ganze sehr viel ruhiger und bedachter abgelaufen.
 
Auf keinen Fall möchte ich, dass sich ein solcher Herbst und Frühwinter je wiederholt und wir tuen gut daran, alles zu mobilisieren, dass unnötige Auflagen uns das artgerechte Halten von Hausgeflügel nicht bis zur Unmöglichkeit erschweren. Eins hat es mich jedoch gelehrt: Mit Ruhe, Zeit und Gelassenheit macht es mehr Spaß. Memo an mich: Im nächsten Jahr mal etwas weniger Ausstellung und mehr freudige Momente im eigenen Stall.
 
Ich wünsche allen ein glückliches und gesundes 2017.
 
Udo Ahrens

 

 

 

 

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