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Die Sicht des Monats - Februar  2017

SDM BH 120Von wegen "dummes Huhn"

So lautete kürzlich die Überschrift in einer überregionalen Zeitung. Der Artikel berichtet über Ergebnisse einer Studie der Forscherin Lori Marino, die sie im Fachjournal Animal Cognition veröffentlicht hat. Wesentliche Erkenntnisse ihrer Forschungen sind: Hühner sind erstaunlich gewitzt und bekommen einen Menge davon mit, was in ihrer Umgebung vor sich geht. Sie haben persönliche Eigenheiten, vermögen einander auszutricksen und seien teilweise zu logischen Schlussfolgerungen fähig, die Kinder erst mit etwa 7 Jahren meistern, so berichtet sie.
 
Allein die Idee, dass Hühner eine Psyche besitzen, klinge für die meisten Leute absurd, sagt Marino. Das sei nicht verwunderlich, denn die Menschen in den Industrieländern bekämen kaum je Hühner zu sehen. Von keiner anderen Haustierart gäbe es jedoch weltweit so viele Exemplare wie von den Hühnern: Der tägliche durchschnittliche Weltbestand wird auf rund 20 Milliarden Tiere geschätzt, geschlachtet werden jährlich mehr als doppelt so viele. Das ist nur durch Massentierhaltungen möglich, wie sie heute weltweit praktiziert werden. Die Zahlen von Tötungen durch den Ausbruch der Vogelgrippe in einigen Großbetrieben machen uns derzeit wieder überdeutlich, in welchen Massen heute Geflügel gehalten wird. Dass diese Haltungsart zu recht sehr umstritten ist, wenn man an die Bedürfnisse der Hühner denkt, zeigen die Untersuchungen Marinos.
 
So belegten die Forschungsergebnisse, dass im Huhn weit mehr Gefühl und Verstand stecke als weitläufig angenommen. Ein Huhn verfüge über ein gewisses Maß an Selbstkontrolle. Es sei in der Lage, für besseres Futter den Schnabel zu halten und nicht gleich gierig los zu futtern. Auch sein Rang in der Hackordnung sei einem Huhn klar. Beide Merkmale wiesen auf einen gewissen Grad von Bewusstsein über das eigene Sein hin.
 
Komplexer als bisher vielfach angenommen sei demnach auch die Kommunikation unter den Hühnern. Neben 24 verschiedenen Lauten gebe es ein großes Repertoire visueller Zeichen. Die Tiere seien so in der Lage, Zeitintervalle wahrzunehmen und auf Geschehnisse in der Zukunft zu schließen. Sie beobachteten und lernten voneinander und würden deutlich vom Verhalten ihrer Mütter geprägt- so wie sonst weitaus intelligenter eingestufte Lebewesen.
 
Auch eine Art Mitgefühl sei den Tieren eigen. Hühner könnten den Standpunkt von Artgenossen annehmen, wie es bisher nur von Raben und Primaten bekannt sei. Verblüfft hat die Forscher auch die Fähigkeit zum Täuschen und Tricksen. Unterlegene Hähne etwa locken Hennen mit dem typischen Gebaren bei gefundenem Futter an – allerdings ohne die ansonsten üblichen „dock-dock“ Rufe, um den Alphahahn nicht auf das Stelldichein aufmerksam zu machen.
 
Für uns könnten die Untersuchungsergebnisse Marinos Anlass sein, in den kommenden Monaten neben den äußeren Merkmalen auch das Verhalten unserer Chabo wieder verstärkt in den Blick zu nehmen. Ich wünsche Ihnen viel Freude dabei.
 
Bernhard Hoch
 
 
 
 

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